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Harley-Davidson Magdeburg GmbH |
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BUELL AMERICAN MOTORCYCLES Historie Der Ingenieur Erik Buell Buell American Motorcycles ist eine noch recht junge US-Marke. Ihren Namen verdankt sie dem amerikanischen Ingenieur, Visionär und Rennfahrer Erik F. Buell. Im Alter von zwölf Jahren saß Buell zum ersten mal auf einem Motorrad - und war fortan vom Zweiradfieber gepackt. Zur Finanzierung seiner Ausbildung jobbte er für einen örtlichen Motorradhändler und stieg rasch vom Mechaniker zum Service-Manager auf. In diesen Jahren entdeckte er seine Liebe und sein Talent zum Rennsport. 1978 erzielte er die schnellste Zeit aller Newcomer im Daytona 200 Rennen. Ein Jahr später trat Buell in die Dienste der Harley-Davidson Motor Company ein. Seine Leidenschaft waren noch immer schnelle Rennmaschinen, doch anstelle der japanischen und italienischen Fahrzeuge, die er in der US Formula One und in der Superbike Klasse bewegte, schwebte Buell schon damals ein echtes amerikanisches Sportmotorrad vor. 1983 verließ er die Motor Company, um seinen Traum zu realisieren. So begann die Geschichte des Unternehmens Buell, als Produktionsstätte diente die heimische Garage und als Mitarbeiter verdingten sich einige Freunde des Konstrukteurs. Als Erik Buell begann, Motorräder zu fertigen, bestand sein Personal aus sieben Personen. Heute sind über 200 Mitarbeiter für die Buell Motorcycle Company tätig. Sie produzieren mehr als 7 500 Maschinen im Jahr. Die Hierarchien im Werk sind sehr flach. Jeder kennt den Boss, nennt ihn beim Vornamen und schätzt ihn als guten Kollegen. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel sinnvolle Verbesserungsvorschläge viel rascher umsetzen als in den meisten anderen Unternehmen. Teamwork wird bei Buell ganz groß geschrieben, Fließbänder sucht man deswegen vergebens. Im Werk East Troy werden an zehn Arbeitsstationen entlang der Fertigungsstraße diverse Baugruppen vormontiert. An vier weiteren Stationen wird die Endmontage durchgeführt. Die Mitarbeiter pendeln zwischen den einzelnen Stationen, so dass jeder überall involviert ist. Sämtliche Kunststoffteile werden im eigenen Werk gefertigt. Die restlichen Teile, zum Beispiel die pulverbeschichteten Gitterrohrrahmen, werden nach strengen Buell Spezifikationen von Zulieferern hergestellt. Handarbeit hat bei Buell einen hohen Stellenwert - etwa in der Lackiererei des Werks. Die Liebe zum Detail, die jede Buell kennzeichnet, ist eben schwerlich auf andere Weise zu realisieren. Die Buell Motorcycle Company ist seit dem 19. Februar 1998 eine Harley-Davidson Tochter. An jenem Tag nämlich verkaufte Firmengründer Erik Buell seine Anteile an der Buell Motorcycle Company bis auf einen kleinen Rest an die Harley-Davidson, Inc., die seit 1993 eine Minderheitsbeteiligung an der Firma gehalten hatte. Seitdem leitet Jerry Wilke als Präsident die Geschäfte der Buell Motorcycle Company. Erik Buell erhielt einen langjährigen Vertrag als Chairman und Cheftechniker der Firma. Erik Buell wertet diese Maßnahmen als erneuten Beweis für die Ernsthaftigkeit, mit der Harley-Davidson Buell als eigenständige Marke mit eigenen Produkten zu etablieren und zu stärken gewillt ist. "Mit Harleys verstärktem Einsatz können wir jetzt die ambitionierten Wachstumspläne umsetzen, von denen ich immer geträumt habe", sagte Erik Buell. "Der Ankauf meiner Anteile zeigt, welches Vertrauen Harley-Davidson in mich und das gesamte Buell Team setzt. Das Motorradgeschäft boomt, und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein verstärktes Engagement." Der Verkauf an Harley-Davidson stellt nicht nur in der außergewöhnlichen Firmengeschichte der Buell Motorcycle Company, sondern auch im Leben ihres Firmengründers Erik Buell einen wichtigen Meilenstein dar. Schließlich hat Buell in den vergangenen 15 Jahren hart daran gearbeitet, ein amerikanisches Sportmotorrad von Weltklasse zu entwickeln. Erik Buell konzipierte und baute sein erstes Motorrad im Jahr 1983: die RW750, eine Rennmaschine mit einem drehschiebergesteuerten 750 ccm "Square-Four" Zweitaktmotor, die speziell für die AMA Formel 1 konstruiert wurde. Ein Prototyp der RW750 wurde erstmals im Sommer 1983 während des AMA National Race auf dem Pocono Speedway eingesetzt. Buell setzte die Tests und seine Entwicklungsarbeit den gesamten Sommer hindurch fort. Der erste greifbare Erfolg stellte sich bei Testfahrten in Talladega, Alabama ein, als die RW750 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 178 Meilen pro Stunde gemessen wurde. Die Weiterentwicklung der RW750 dauerte bis 1984. Lediglich eine RW750 wurde verkauft - an das "American Machinists Racing Team" - bevor die nationale amerikanische Föderation AMA beschloss, dass 1985 das letzte Jahr der Formel 1 sein sollte. Die Formel 1 wurde 1986 von den seriennahen Superbikes abgelöst, damit gab es für die RW750 keinen Markt mehr. Diese Regeländerungen, die das Ende der RW750 markierten, sah Buell eher als Chance denn als Rückschlag an. Er ging mit dem Ziel an die Arbeit, das erste amerikanische Seriensportmotorrad von Weltklasse zu konzipieren. Buell investierte all seine Rennerfahrung und das ganze Wissen aus seiner Zeit als Harley-Davidson Entwicklungsingenieur in die RR1000, sein erstes Sportmotorrad. Die RR1000 wurde angetrieben von einem Harley-Davidson XR1000 Motor und zeichnete sich durch einen besonders verwindungssteifen und leichten Rahmen aus, der eine Gummilagerung des Motors ermöglichte - das künftige patentrechtlich geschützte Erkennungszeichen der Buell Sportmotorräder. Buells Konstruktionsprinzip betont den Motor als stabilisierenden Bestandteil des Rahmens. Aufsehen erregte darüber hinaus nicht nur die Platzierung der Hinterradfederung unter dem Motor, sondern auch deren Funktionsweise: Beim Ausfedern des Hinterrades wird das Federbein komprimiert, beim Einfedern des Rades wird das Federbein dekomprimiert. Insgesamt produzierte Buell 50 Exemplare der RR1000 in den Jahren 1987 und 1988, bevor die Produktion der XR1000 Triebwerke eingestellt wurde. Mit dem neuen 1200 ccm Harley-Davidson Evolution Motor sah Buell die Chance gekommen, die Qualität seiner Motorräder noch weiter zu steigern. Von diesem Gedanken beseelt begann Erik Buell, ein Motorrad für den größeren Motor zu konzipieren. Das Resultat, die RR1200, wurde im Jahr 1988 vorgestellt. Bis zum Jahr 1989 wurden insgesamt 65 Maschinen dieses Typs produziert. Neben der Fahrwerkstechnik zählte seit jeher die aerodynamische Optimierung der Motorräder zu den besonderen Leidenschaften von Erik Buell. Entsprechend wandelte sich das Erscheinungsbild seiner Konstruktionen im Laufe der Jahre. Für Motorradfahrer, die Soziuskomfort ebenso zu schätzen wissen wie sportliche Qualitäten, entwickelte Buell die zweisitzige RS1200. Von 1989 bis 1990 wurden insgesamt 105 Exemplare dieses außergewöhnlichen Motorrads produziert. 1991 erhielt der Sportster Motor ein Fünfgang-Getriebe. Die damit verbundene Änderung der Aufhängungspunkte nutzte Buell zur Weiterentwicklung des Fahrwerks. Die neue RS1200 war weltweit das erste Serienmotorrad mit Upside-Down-Telegabel, stahlummantelten Bremsschläuchen und Sechskolben-Bremszange am Vorderrad. Nachdem Buell seine Motorräder auf diesen hohen Entwicklungsstand gebracht hatte, erweiterte das Unternehmen die Produktionskapazitäten. 1991 war das erste Jahr, in dem die Buell Motor Company nicht nur konstruierte, sondern auch in einer neuen Fertigungshalle und einer neuen Lackiererei produzierte. Damit wurden höhere Fertigungsqualitäten und höhere Flexibilität bei der Konstruktion erzielt. Die einsitzige Version der RS1200 kam zum Ende des Modelljahres 1991 heraus. Getauft auf den Namen RSS1200 wurde die Maschine von der Fachpresse wegen ihrer leichten und klaren Linienführung enthusiastisch gefeiert. Zwischen März und August 1991 wurden insgesamt 40 Exemplare dieses Typs fertiggestellt. Bis zum Jahr 1993 wurden von RS und RSS zusammen 325 Exemplare produziert. Das erste Modell, das Buell gemeinsam mit Harley-Davidson produzierte, war 1994 die S2 Thunderbolt. Das Motorrad erfuhr größtes Lob von der Motorradpresse, und sein schönes und fließendes Design ist noch heute anerkannt. Eine Sporttouring-Version, die S2T, vervollständigte 1995 die Produktpalette. Das neue Modell wurde von der Zeitschrift Rider zur besten Neuheit der Saison gekürt. Zusammen wurden die beiden neuen Modelle rund 1000 Mal verkauft. Ein Jahr später, 1996, wurde die vollkommen neue S1 Lightning eingeführt. Als Original Streetfighter begründete die S1 Lightning die neue Klasse der "Hooligan" Motorräder. Die Maschine, die sich durch eine kleine Lenkerverkleidung, eine Rennsitzbank, einen auffälligen Rahmen und durch die Zentralisierung der schweren Bauteile - des 1200 ccm Motors, der Auspuffanlage und der Federung - auszeichnete, wurde von der Zeitschrift Cycle World zum "Hooligan Bike des Jahres" ernannt. Überarbeitete Versionen der Thunderbolt wurden im gleichen Jahr als S3 Thunderbolt und S3T Thunderbolt eingeführt. Die beiden Maschinen setzten die Designentwicklung der Sporttourer fort. S1 Lightning, S3 und S3T zusammengenommen, wurden 1996 mehr als 2000 Motorräder verkauft. 1997 wurde das Buell Programm um die M2 Cyclone erweitert, und die Motorradindustrie notierte einen neuen Spitzenreiter in der Klasse der "Standard-Motorräder". Mit ihrer bequemeren und breiteren Sitzbank half die Cyclone, die Verkaufszahlen der Buell Motorräder über die 3000er Marke zu heben. 1998 wurde der neue Thunderstorm Motor im ebenfalls neuen Modell S1W White Lightning eingeführt. Ähnlich gestylt wie die S1 Lightning zeichnete sich das neue Motorrad durch ein Kohlefaser-Hinterradschutzblech, durch bemerkenswerte Farbgebung und durch das neue Hochleistungs-Triebwerk aus. Die Zeitschrift Cycle World verlieh der S1W das Prädikat "Bestes Standard-Motorrad". Die Thunderbolt Modelle bekamen ebenfalls den Thunderstorm Motor, um die beeindruckende 98er Modellpalette abzurunden. Die Verkaufszahlen wuchsen kontinuierlich weiter, 1998 brachte Buell mehr als 5000 Motorräder an den Mann. Eine vollkommene Überarbeitung der Modelle Lightning und Cyclone stand 1999 im Vordergrund der Buell Aktivitäten. Das neue Design, der neue Rahmen, die neuen Motoraufhängungen, die größere und komfortablere Sitzbank und die neue Farbgebung der Lightning X1 sowie der Cyclone M2 sorgten für Aufsehen. Die Modelle S3 und S3T Thunderbolt erhielten eine überarbeitete Sitzbank, brandneue Lackierungen und umfangreiches Sport-Touring-Zubehör. Die Lightning und Thunderbolt Modelle wurden zudem serienmäßig mit der modernen vollelektronischen DDFI-Motorsteuerung (Dynamic Digital Fuel Injection) ausgestattet. Die intensive Modellpflege führte 1999 zu einem weiteren Anstieg der weltweiten Verkaufszahlen auf rund 8000 Einheiten. Den vorerst letzten Meilenstein in der Firmengeschichte verzeichnete Buell, als 1999 das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum am Firmensitz in East Troy, Wisconsin, eingeweiht wurde.
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